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Andenritt - Argentinien - Chile

im Februar 2009

Wanderritt durch die Anden - ETCD - 01

Der Wunsch die Anden mit Pferden zu überqueren entstand vor Jahren auf dem Inka Weg in Peru.
Wir landen vom Winter in den Sommer in Mendoza / Argentinien.

Wanderritt durch die Anden - ETCD - Karte
Wanderritt durch die Anden - ETCD - 03
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Wanderritt durch die Anden - ETCD - 02

Veronique eine junge blonde Französin empfängt uns, schön, dass Sie auch deutsch spricht.
Inge aus München und Santiago aus Buenos Aires bilden die vierer Gruppe.
Mendoza hat 1 Millionen Einwohner, wurde 1561 gegründet. 1861 machte ein Erdbeben die Stadt nieder. 50000 Bäume begrünen die Stadt. Über den Rio Mendoza kommt das Wasser aus den Anden.
8 Stunden fahren wir zum Naturschutzgebiet des Aconcagua, dem höchsten Berg Amerikas.
In Las Hornillas treffen wir unsere Pferde. Ein Hufschmied ist noch fleißig mit dem Kaltbeschlag tätig.
Auf dem offenen Feuer liegen die bekannt, leckeren Argentinischen Steaks.
Die erste Nacht im Zelt, in den neuen auf -15° geeichten Schlafsäcken.

Wanderritt durch die Anden - ETCD - 04
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Der neue Tag, blauer Himmel, das Feuer brennt. Kleines Frühstück, Mate, dem Argentinischen National Tee. Wir sind auf 1920 Meter.
Unsere 3 Gauchos bepacken 5 Mulis, mit allem was wir für 9 Reittage brauchen.
Santiago hat Kopfweh, vermutlich ein Sonnenstich.
Veronique‘s Order ist: dick Sonnencreme, lange Ärmel, Handschuhe, Hut, Nackenschutz und Sonnenbrille.
Der Argentinische Sattel ist aus Eisen und Holz, darunter kommen drei Decken, die man Nachts als Schlafunterlage benutzt, oben drauf ein dickes Lammfell. Doppelte Vergurtung ohne Vorderzeug.
Die Kandarren sind scharf und werden mit einer Hand geritten. Beim Stopp lässt man die Zügel einfach zu Boden fallen, dass heißt stehen bleiben.

Wanderritt durch die Anden - ETCD - 09

Nach 6 Stunden sind wir auf 3000 m, wo wir Campen. Pferde und Mulis laufen Nachts frei um zu Fressen, außer Wasser gibt es bei Tag nichts. Das Zelt aufbauen erinnert an das Land „der zornige Winde“. Eiskristalle am Zelt, in alten Dosen wird das Kaffeewasser heiß gemacht. Die Landschaft ist einmalig, steile Täler, in allen Farben leuchten die Felsen.

Wanderritt durch die Anden - ETCD - 10 Wanderritt durch die Anden - ETCD - 11
Wanderritt durch die Anden - ETCD - 12
Wanderritt durch die Anden - ETCD - 13

Genau so steil klettern wir wieder hinunter, niemand Steigt ab, ein Gaucho schon gar nicht. Nach 9 Reitstunden sind wir wieder auf 3000 m im Camp.
Der Aconcagua ist wieder voll im Blickpunkt, ein riesiger weißer Kegelberg aus Kalk taucht auf.
Der einzige Kontakt mit Menschen ist eine Reitergruppe, an der mir waghalsig am Steilhang vorbeikommen. Die Stille , Stundenlang im Rhythmus des Pferdes lassen die Gedanken freien lauf. An einem Fluss Campieren wir drei Nächte. Von dort starten wir in Richtung Chile und kommen am Abend wieder zurück.
Ein langes breites Tal mit Seen und Wasservögel tut sich auf. Hasen hoppeln rechts und links davon.
Guanakos (Lama guanicoe) sind wildlebende Lamas, Sie gehören zur Familie der Kamele. Sie flüchten vor uns in die Steilhänge.

Wir durchqueren Flüsse und Bäche die von den Anden nach unten stürzen.
Der Pfad führt steil nach oben, ein Sturz oder Fehltritt wäre tödlich. Die Absolute Trittsicherheit unserer Pferde vermitteln ein gutes Gefühl.
Unterhalb vom Espinauto 5200 m sind wir auf 4500 m. Ein Denkmal erinnert an San Martin.
Vor uns liegt Amerikas höchster Berg der Aconcagua 6962 m, ein unvergesslich sagenhafter Anblick.

Für Bergsteiger eine Herausforderung. Am gleichen Tag hat ein Italienischer Bergsteiger dort sein Leben verloren. Zackige Eiskristallene Formationen blinken in der Sonne. Es ist unter 0°.

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Auf 3600 m erreichen wir die Chilenische Grenze. Ein Denkmal erinnert an die Urheber der Grenze. Nachdem wir Chilenischen Boden betreten haben, reiten wir auf einer anderen Route wieder zurück.
Ein Gewitter mit Blitz und Donner und Eisregen überrascht uns.

Am Abend gibt es eine von den Chilenischen Grenzbauern, gestiftete Ziege. Über hundert Reiter kommen auf unser Camp zu. Auf einem Schimmel ein stattlicher Mann, er ist der Gouverneur von San Juan. Veronique und ich werden mit Umarmung begrüßt. Vor der Argentinischen Flagge bläßt ein Trompeter den Tag an. Wilde Gegend, verschneite Pfade, auf 4500m ein bizarres Feld von gezacktem Eisschnee wo man sich verstecken kann.

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Eine Schneeballschlacht macht fröhlich. Ein paar Skelette von Pferden oder Mulis machen nachdenklich.
Bei den Spitzkehren sind die Köpfe der Pferde über dem steilen Hang, während die Vorderhand den Weg gehen.

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Die Pferde wurden nie geputzt und bekommen kein Kraftfutter. Von Gato einem Gaucho bekomme ich ein versteinertes Fosill, dass er auf 3600 m gefunden hat.

Nach 9 Tagen und ca. 200 km in den Bergen, verabschieden wir uns von unseren Weggefährten.

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In einem Hotel in Uspallata sehen wir wieder ein Spiegel und eine Dusche.

In Mendoza führt uns Veronique durch die Stadt, in ein Weinmuseum und Weingut. 70% des Argentinischen Weines kommt aus der Gegend von Mendoza. Wir haben 35°C, in Ulm 10°C minus.

Es bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

© Bilder und Text Franz Bosch

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