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Mit Marwari Pferden durch Rajasthan / Indien
Wanderreiten - Ein Bericht von Franz Bosch
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Eine Reitsafari in Indien, trockene Endlosigkeit, Kletterpartien in den Aravalli Bergen, die fruchtbare Malwa Ebene. Die Rajasthanische Landschaft ist so facettenreich wie die Tierwelt.
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Die Basis ist die Stadt Udaipur, die auch „Venedig des Ostens“ genannt wird und Kulturell eine der schönsten und bedeutendsten Städte Rajasthans ist.
„Princess Trails“ ein Familienunternehmen, Ute ist eine deutsche aus Hessen und ihr Mann Virendra Singh Skatztawat ist Inder mit dem aufgeweckten 4 Jährigen Sohn Jei, der 3 sprachig aufwächst.
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Es ist jetzt Winter mit kalten Nächten, bei Tag jedoch bis 30°C. Huhn und Lamm mit Reis und Fladenbrot ist die Hauptnahrung. Das Bier ist erfreulich gut. Unsere Pferde sind auf Lastwagen zusammen mit den Betreuer auf bergigen Straßen unterwegs. Bei Wolkenlosem Himmel machen wir eine Bootsfahrt auf dem „Lak Jaisemend“ ein riesiger Stausee, der für Trinkwasser sorgt.
Aufdringliche Affen tummeln sich am Weg. Mitten in den Bergen stoßen wir auf unsere Pferde. Alles Stuten, mit einem Strick am Boden angebunden.
Roop Singh übernimmt die Führung der Reitsafari. Aus der Romantik der Berge kommen wir durch. Dörfer, Hütten, unbeschreiblich wie hier alles zusammen lebt. Hunde, Kühe, Ziegen, Schweine die Abfälle im Schmutzwasser beidseits der Strasse fressen. Ein Wasserbüffel greift mit gesenktem Kopf mein Pferd an, das Blitzartig reagiert. Am Weg ist ein Tempel aus dem 16. Jahrhundert.
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Ein kleiner Hund schläft auf der Strasse, nichts kann ihn stören. Kamele begegnen uns. Kinder laufen hinter uns her. Die Schüler erkennt man an den blauen Jacken. Scharen von grünen Papageien kreischen umher. Frauen bringen Milch, auf dem Kopf tragend. Die Gegend ist karg, steinig und bergig, belebt von exotischen Vögeln, Mongos und Affen. An einem Zuckerrohrfeld werden wir von den Ortsbewohner empfangen. Das Zuckerrohr wird ausgepresst und gekocht. Der Saft wird zum trinken angeboten. Eine Frau wühlt in Irmgards Haar, eine herzliche Begegnung. Roop Singh hat Respekt vor den Wasserbüffel, sie sind sehr aggressiv.
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Zur Mittagspause werden die Zügel über einen Strauch gelegt. Unsere Pferde sind es gewohnt ruhig zu stehen. Fliegen oder Bremsen gibt es nicht. Unser Nachtlager hat einen romantischen Platz.
Bunt gekleidete Einheimische beobachten unser tun. Überaus freundlich winken sie uns zu. 12 Personen kümmern sich um unser Wohl. Das Lagerfeuer brennt, die Pferde schnauben zufrieden, Hunde bellen.
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Wir nähern uns den Aravalli Bergen, absolut trittsicher gehen wir auf schmalen Pfaden, steil abfallend und ansteigend. Ein herrlicher Blick vom Gipfel aus.
Die Marwari Pferde sind 1,55 bis 1,60 m groß, schlank, sensibel und äußerst Leistungsstark. Sie haben eine Jahrhunderte lange Tradition und wurden ursprünglich für Kriegszwecke gezüchtet. In der Indischen Geschichte wird viel von den mutigen und unerschrockenen Pferden berichtet.
Man sagt ihnen Verwandtschaft zu den Araber und Achal-Tekkiner nach. Es besteht ein Ausfuhrverbot für die Marwari Pferde.
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Am Weg ist ein kleiner versteckt gelegener Tempel. Geier fliegen von einem Kuh Skelett auf. Kühe werden nicht geschlachtet, nur die Milch wird verwendet.
Regelmäßig reiten wir an Schulen vorbei, es wird Hindi in verschiedenen Dialekten gesprochen. An einem Engpass kam ich zu nahe an mein Vorderpferd, sie hat mich am Schienbein getroffen, war aber nicht gebrochen.
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Mittagspause, ein Lunchpaket und Wasser haben wir in der Satteltasche.
Drei sehr große Schafherden ziehen vorbei, dann folgen 15 Kamele, vollgepackt mit Hausrat. Kinder sind oben befestigt. Die Frauen führen die Kamele, die Männer die bepackten Esel. Es sind Nomaden die in anderes Weideland ziehen. Nach einem staubigen Tag erreichen wir das Camp bei Boheda. Ute erzählt vom Brauchtum und Sitten der Inder. Höhepunkt am Abend ist eine Ochsenkarren Fahrt durch Boheda.
Ein fleißiger Hahn weckt uns um 5:00 Uhr. Ein alter Mann sitzt an einem Kornfeld und vertreibt jeden Vogel und andere Tiere, die sich über das kostbare Gut hermachten.
Es gibt in Indien ca 6000 Marwari Pferde. Im November jeden Jahres ist in Pushka der größte Kamelmarkt von Indien. Im flotten Reittempo erreichen wir den Sita-Mata Nationalpark, abseits aller Touristenpfade.
Hier heimisch sind unter anderem Leoparden, Dschungelkatzen, Chinkara Gazellen, Nilgai Antilopen, Chittal und Sambar Hirsche, Hanuman Affen und über 250 Vogelarten.
Eine urtümliche Natur der Malwa Ebene mit riesigen uralten Bäumen. Abend im Camp spielen zwei Man indische Folklore. Am letzten Reitsafari Tag erreichen wir über braune Hügel eine riesige Burgruine.
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Wir bleiben noch ein paar Tage in Udaipur. Erleben zwei Hochzeiten, mehrere hundert Menschen nehmen teil. Der Hochzeiter reitet auf einem unglaublich üppig geschmückten Marwari Schimmel.
Irmgard wird von den in bunten Saris bekleideten Frauen zum tanzen in die Mitte genommen. Ich durfte auf dem Hochzeiter Pferd reiten.
Wir machen noch Ausflüge zum Monsun Palast, zum riesigen Kumbhalgarth Fort, zum Ranakpur Tempel und andere.
Am Abend vor der Rückreise essen wir bei Ute und Viranda. Udaipur – Mumbay – Frankfurt – Ulm
Von einer anderen Welt in unsere.
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Die Landschaft wird flacher, an einem See ist mittags Rast. Mein Maharana Käppi hat keinen Rand, dafür Sonnenbrand an den Ohren. Eine Vielzahl von Wasservögeln, Frauen haben Waschtag am See. Wir reiten in die Marwa Ebene, was soviel wie „Land des Todes“ heißt. Im Camp spielt eine Original Indische Musik, es gibt keine Noten, sondern „Ragga“ eine Art Takt der durch den Trommler bestimmt wird. Wir kommen in die Ebene mit sandigen Wegen, flotter Galopp und als Schlussreiter viel Staub. Große Herden von Kuhantilopen „Nilgais“ kreuzen den Weg. Sie richten Schaden an, werden aber wegen der Verbindung mit Kühen nicht gejagt. Schwarze Störche – Dörfer wo Mensch und Tier eng zusammenleben. Opiumfelder, weißer Mohn, der staatlich kontrolliert angebaut wird.
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Vorfahren von Virendra haben sie vor ein paar hundert Jahren gebaut. In deren Schatten machen wir Mittag. Mein Pferd Mumal legt sich auch flach. Schlangen sahen wir keine, aber im Sommer gibt es damit Probleme.
Als wir zum Lagerplatz zurückkommen ist alles abgebaut. Die Pferde werden auf Lastwagen verladen. Wir nehmen Abschied von unseren treuen Gefährten.
Virenda bringt uns nach Udaipur, keine Verkehrsschilder, kein Tempolimit, keine Helmpflicht. Kühe liegen auf der Straße, Kamele kommen entgegen, es wird gehupt und gefahren.
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© Bilder und Text: Franz Bosch
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