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© Text und Bilder: K.-H.Klöppel
Am Rande des schwäbisch – fränkischen Waldes verläuft der Limes. Weltkulturerbe der UNESCO.
Ungewöhnlich das ein Ort zwei Kastelle besaß. Im Westkastell – was heute völlig überbaut ist – war Garnisonsstandort einer Kavallerieinheit(ala). Im Ostkastell war eine fast 200 Mann (Numerus Brittonum) starke Fußtruppe stationiert. Zudem dieses Kastell vor dem Limes erstellt wurde und nicht auf römischem Territorium steht.
Limes lebt – das hat sich nicht nur die authentische Gruppe NVMERVS BRITTONVM zum Motto gemacht. Circerones genannt, führen an Wochenenden authentisch durch die Zeit des obergermanisch – rätischen Limes. So auch am 4.Juli am Ostkastell zu Welzheim, wo mit Hilfe von NVMERVS BRITTONVM, ein Tag ganz im Zeichen der Reiterei dieser Zeit veranstaltet wurde.
Der römische Reiter saß auf einem Pferd der Größe der Camarque Rasse.
Steigbügellos saß er auf einem 4 Hörnersattel. Den übernahmen die Römer übrigens von den Kelten. Durch die vier Hörner saß der Reiter relativ sicher und konnte gut aufsitzen. Leider mussten die Römer durch den Einfall der Hunnen an der oströmischen Grenze lernen, das deren Reiterei viel wendiger und kampfstärker war. Die revolutionäre Erfindung des Steigbügels im hunnischen Heer erlaubte beidhändig zu kämpfen, da durch den Bügel mit Schenkeldruck leichter das Pferd zu lenken war.
Die Zäumung dürfte der heutigen Zeit entsprochen haben. Vorder und Hintergeschirr wurde verwendet. Mit diversem Zierrat wurde die Schirrung ausgestattet. Später kamen dann Schuppenpanzer für Pferde hinzu.
Ein Rossstirn, der Helm fürs Pferd, kam in Mode. Nach dem Vorbild meist östlicher Reitervölker.
Generell waren die Römer eher eine Fußtruppe (pedes) und entwickelte sich erst im Laufe der Zeit immer mehr zur Reiterei. Dabei bediente sich das Römische Reich meist dem Know How der eroberten Gebiete.
Die Ausrüstung der Kavallerie war der Infantrie ähnlich – nur an reiterliche Bedürfnisse angepaßt. Neben Helm und Kettenhemd hatte der Kavallerist ein längeres Schwert und meist mehrere kurze Wurfspeere. Oder im Norden des Reiches auch 4-6 Meter lange Stoßlanzen. Je nach Gegend und Gewohnheit.
Während die Schutzschilde der Pedes eckig und hoch waren – Asterix läßt grüßen – hatte die Reiterei meist einen Rundschild. Um im wahrsten Sinne des Wortes nirgends anzuecken. Im Wald oder dem Pferd die Schild(eck)kante ständig in den Hals zu “pieksen”.
Jeder Soldat war übrigens für seine Ausrüstung eigenverantwortlich. Er durfte diese selbst kaufen und ersetzen. Somit war es mit einer einheitlichen Uniform und Bewaffnung wie wir sie heute kennen nicht weit her.
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